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BEGLEITTEXT
zu Websites:
www.robarchitects.com
www.micromuseums.com
www.robvisions.com
www.microarchitecture.net
www.micromuseums.net
1. Ruairí O'Brien
Ruairí O´Brien, geboren 1962 in Dublin. Studierte Architektur
an der Thames Polytechnic in London; im Anschluß Postgraduiertenstudium
an der Universität Edinburgh und der Polytechnic of London. 1988/1989
war er "visiting scholar" an der Columbia University in New
York. Er ist seit 1990 Mitglied des Royal Institute of British Architects
und lebt und arbeitet seit 1991 in Deutschland. Nachdem er für
mehrere kleine und große Architekturpraxen als Projektarchitekt
(HOAI 1-9) in London, New York, Frankfurt am Main, Hamburg, Dresden
und Berlin gearbeitet hatte, gründete Ruairí O´Brien
1995 sein Büro robarchitects. Seit September 2001 hat er in Wismar
eine Gastdozentur, in deren Rahmen er den neuen internationalen Masters
Studiengang "Licht und Architektur" aufbaut. Zudem arbeitet
O´Brien spartenübergreifend als Maler und Zeichner, als Karikaturist
für den OECD Observer in Paris (www.oecdobserver.org),
als Theaterausstatter, Grafiker und Konzeptkünstler.
2.
Das Büro
robarchitects ist klein und dynamisch, ein leistungsfähiges, flexibles
Arbeitsinstrumentarium, erfahren im Aufnehmen und Entwickeln neuer Ideen.
Seit einigen Jahren befaßt das Büro sich spartenübergreifend
mit microarchitektonischen Themen, mit architektonisch/ philosophisch
ergonomischen Aspekten von Innen-/ Außenraum, mit der Bedeutung
und Inszenierung von Licht, mit Begrenzungen und Perspektiven, mit der
Entwicklung neuer Präsentationsformen, u.a. für Theater Ausstellungs-
und Museumswesen. Im Mittelpunkt der Projekte, von microarchitektonischem
bis zu städtebaulichem Kontext, steht immer der Mensch/Nutzer.
Erfinderisches, fachübergreifendes, ökonomisch wie ökologisch
effizientes Denken, eine hohe Umsetzungsgeschwindigkeit und die intelligente
Nutzung vorhandener Ressourcen erlauben persönliche, verantwortungsvolle
und kostensparende Lösungen. So wird zum Beispiel ein Privathaus
für wenig Geld zu einem inhaltsreichen Raum, der das Lebenspotential
seiner Bewohner spiegelt und inspiriert. Gestaltung, Funktion und Konstruktion
sind unlösbar miteinander verbunden. robarchitects versteht Architektur
als ganzheitliche Aufgabe im gesamtgesellschaftlichen Kontext, als Gesamtkunstwerk
und lebenslangen "work in progress", als lehrende und lernende
Fachkunst, eingebunden in die Geschwindigkeit unserer Zeit und komplexe
lokal-globale Zusammenhänge. Verantwortliches Mitgestalten und
die Umsetzung eigener Visionen als ein Gegenstand der Büroarbeit
unterstreichen die oft unterschätzte gesellschaftliche Bedeutung
und Leistungsstärke von Architektur.
Als zusätzliches
Arbeits-, Erprobungs- und Nischenentwicklungsinstrument für ausgewählte
spartenübergreifende Kulturprojekte im öffentlichen Raum wurde
robvisions gegründet. Ressourcensparendes Denken, die themenorientierte
Verbindung von low und high tech, das adäquate Vernetzen lokaler
und europäischer/ globaler Bezüge, der pointierte Brückenschlag
zwischen Vergangenheit und Gegenwart/ Zukunft, zwischen Jung und Alt,
Bürgern und Fachwelt sind wesentliche konzeptionelle Komponenten.
Durch spannende interaktive, minimalistische und interdisziplinäre
Projekte (es steht ein Fachteam aus den Bereichen Architektur/ Gestaltung,
Literaturwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Pädagogik und Marketing
zur Verfügung), soll Menschen unterschiedlichsten Alters und unterschiedlicher
Sozialgruppen ein sehr persönlicher und aktiver Umgang mit Kunst
und Kultur angeboten werden. Die geplante Bandbreite der mindestens
1-2 jährlichen Vorhaben ermöglicht eine Vernetzung zwischen
gesellschaftlichen Konstituenten, die zwar miteinander in Beziehung,
selten aber in fruchtbarer Kommunikation stehen (z.B. Schulen, Universitäten,
Firmen, Kunstmarkt). Das Profil von robvisions ergänzt das - häufig
zu einschränkende - Außenbild eines reinen Architekturbüros
und begünstigt so den Zutritt zu Nischenmärkten ebenso wie
die ganzheitliche Arbeitsweise von robarchitects.
Vor dem Hintergrund spannender Grundlagenfragen unserer Zeit und als
Weiterführung einer Reihe von Projekten der 90er Jahre hat robvisions
als einen Arbeitsschwerpunkt das Label "Kultur für Kyoto"
(www.robvisions.com) entwickelt.
Zur effektiven
Integration Neuer Medien in die theoretische und praktische Arbeit hat
O´Brien damit begonnen, ein Netzwerk von Internetplattformen einzurichten
- www.micromuseums.com,
www.microarchitecture.net
und www.micromuseums.net
(Letzteres
stellt anhand einer Serie von Zeichnungen eine bildhafte Analyse der
Faktoren/ notwendigen "Zutaten"/Einfluß und Chancen
neue Medien etc, für eine Ausstellungsarchitektur der Zukunft dar)
- mit dem Ziel, eine Schaltstelle, einen Kommunikationsraum für
Fachleute und Interessierte verschiedener, in inhaltlichem Zusammenhang
stehender Arbeitsfelder aufzubauen.
3.
Die Philosophie
Kommunikation,
Multimedia, Mobilität, Ergonomie und die wirtschaftliche Nutzung
begrenzter Ressourcen sind vorrangige Themen des 21. Jahrhunderts.
Architektur wird in all diesen Bereichen eine zunehmend wichtige Rolle
spielen - denkt man allein an das rasante Wachstum unserer Städte,
an die notwendigen Lebensumfelder und die schwindenden Ressourcen. Ein
intelligenter und verantwortlicher Umgang mit diesen Problematiken erfordert
außergewöhnlich erfinderische, neuartige Denk- und Handlungsansätze
und zuweilen einfachere Lösungen, die oft übersehen werden.
Unsere Schatzkiste für heute und morgen besteht vor allem aus unserem
Erbe an natürlichen wie geistigen Ressourcen und dem intellektuell-kreativen
Vermögen, diese Mittel für zukünftige Generationen zu
bewahren und ein funktionierendes Gleichgewicht zwischen uns und dem
Ökosystem herzustellen. Ideen sind unser eigentlicher Reichtum.
Vor diesem Hintergrund und mittels seiner "kubistischen" ganzheitlichen
Herangehensweise hat robarchitects als namhaftestes Beispiel das weltweit
einmalige Konzept der micromuseums (www.micromuseums.com
und www.micromuseums.net)
entwickelt, das nicht nur ein persönliches architektonisches Manifesto
hinsichtlich Mikro-/Makrostrukturen, aus Teilen ein Ganzes machen, Außen-
und Innenraum sowie ressourcensparendem Denken und nachhaltiger Stadtentwicklung
ist, sondern auch die mit einem zeitgemäßen Berufsbild verbundenen
außerfachlichen Aufgaben - beispielsweise die Fähigkeit,
interkulturell zu denken oder die Bereiche Kommunikation, Marketing
und Vertrieb - anspricht.
4.
Zeichnungen
(www.robarchitects.com)
Noch im Zeitalter der Computerzeichnung ist es etwas Wunderbares, den
Zeichenstift über das Papier zu führen und zu spüren,
wie die Geschwindigkeit, das Gewicht und der Druck der zeichnenden Hand
mit dem Auge interagieren, wie die Gedankenwelt und emotionale Prozesse
mit dem Inhalt, der Thematik des Gezeichneten zusammenspielen. Je nachdem,
ob man beispielsweise mit Kohle, Pastelfarbe oder Kreide zeichnet, ändern
sich die Geschwindigkeit, der Druck und das Gewicht der Hand entsprechend;
jedes Material, jede Technik birgt in sich eine sinnliche Sprache, die
es zu entdecken gilt, und jede dieser Sprachen bietet unendliche Möglichkeiten,
eine Idee, einen Gedanken oder ein Gefühl, eine Welt, ein Universum
auszudrücken.
Zeichnen ist ein urinstinktiver Ausdruck einfacher unserer Existenz.
Es war eines der frühesten Kommunikationswerkzeuge und hat sich,
beginnend mit Zeichensprache, zu einer der pointiertesten und poetischsten
Ausdrucksformen entwickelt, die unseren Intellekt und zugleich unsere
Emotionen ansprechen .
5.
Gemälde
(www.robarchitects.com)
Ähnlich wie beim Zeichnen aber mit anderen Mitteln/ Materialien
werden in der Malerei Räume geschaffen, Doppelgängerwelten
erprobt, das Zusammenwirken/ die Grenzen von Raum, Licht und Farbe untersucht.
6.
Karikaturen
(www.robarchitects.com
und www.robvisions.com)
Geistreich und humorvoll, manchmal übertreibend, überdehnend
oder reduzierend - provokativ - das ist die Sprache der Karikatur. Ernsthafte,
problematische Themen müssen zuweilen von einem überzogenen
Standpunkt aus betrachtet werden, damit man sie überhaupt wahrnimmt.
Ruairí O´Brien ist freiberuflicher Karikaturist und arbeitet
u.a. seit 1998 für das Magazin OECD Observer der internationalen
Wirtschaftsorganisation in Paris: "Durch diese Arbeit werde ich
regelmäßig mit brisanten globalen Problemen wie der Unmenschlichkeit
und dem ökologischen Disaster der bevorstehenden "water wars"
oder dem zerstörerischen Potential der kurzsichtigen Wirtschaftspolitik
der reichen Welt und dessen verheerenden Folgen für die Dritte
Welt oder der ambivalenten Qualität unserer Informationsgesellschaft
mit einerseits positiv erhöhtem Zugang zu Ausbildungsgütern
und andererseits dem weltweiten Mißbrauch der Internetmöglichkeiten
durch rechtsradikale Websites (s. "Hate on the Internet")
konfrontiert. Die Arbeit als Karikaturist ist eine wichtige Quelle,
Inspiration und Methodik, die ich nutzen kann, um als Architekt, Künstler,
Lehrer und Mensch das Bewußtsein gesellschaftlicher Verantwortung
wach zu halten."
7.
Architektur 1
Das mobile interaktive micromuseum für Erich Kästner
(www.micromuseums.com,
www.microarchitecture.net
und
www.erich-kaestner-museum.de)
Aus der Aufgabestellung heraus, dem komplexen, noch heute international
wirksamen Werk und Leben Erich Kästners als exemplarischer deutscher
Schriftstellerpersönlichkeit des 20. Jahrhunderts einen bleibenden
Ort der Erinnerung zu schaffen, hat robarchitects Ende 1998 das Konzept
des mobilen interaktiven micromuseums entwickelt, das aus philosophischen,
ökonomischen, ökologischen und pragmatischen Erwägungen
(u.a. geringer Bestand an Originalen) auf ressourcensparendes Denken,
flexibles Wachstum und einen neuen pädagogischen Ansatz setzt.
Spielerisch und selbsttätig können Besucher unterschiedlicher
Generationen sich in der räumlich autarken "begehbaren Schatzkiste"
die komplexe Kästner-Welt erobern. Dieser minimalistische Museumstyp
unterscheidet sich in Entstehung, Funktionsweise, Inhalten und Umgang
mit Ressourcen grundlegend von herkömmlichen Museen, ebenso wie
von multimedialen Ausstellungsereignissen. In einer architektonisch-stofflichen
Gesamtdramaturgie werden Tradition und Modernität, sinnlich erfahrbare
Museumsinhalte (darunter ausgewählte Originale mit auratischer
Wirkung sowie reproduzierte Objekte, Dokumente, Texte, Photographien
zum Anfassen) mit neuester Medientechnologie verbunden. Präsentation
und Präsentiertes sind dabei zugunsten einer ruhigen Magie, die
dem Besucher unbeirrte Aufmerksamkeit, neugieriges Schauen, Suchen und
Forschen ermöglicht, auf das Wesentliche/ Wesenhafte reduziert.
Der reale, nach dem Bausteinprinzip konstruierte Museumsraum ist zu
minimalem Platzverbrauch maßgeschneidert und bietet mittels Internet
gleichzeitig Zugang zu unendlich vielen Räumen.
Zu Beginn des bewußt öffentlich gemachten Entstehungsprozesses
hat robarchitects eine low tech und low budget Wanderausstellung (Das
doppelte Lottchen) mit gleichem Bauvolumen entworfen, die als Informationsträger
für das künftige Erich Kästner Museum ein Jahr lang zu
den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig (auf Einladung der Messeleitungen),
in Kulturhäusern und Schulen auf Reisen war.
8.
Architektur 2
Die hier vorgestellte Projektauswahl zeigt maßgeschneiderte microarchitektonische/
ressourcensparende Denk- und Lösungsansätze, die, selbst im
Detail sensibel und erfinderisch, - ob in Form von Installationen, Objekten,
Gebäuden oder städtebaulichem Kontext - immer ganzheitlich
ausgerichtet sind, Neu und Alt verbinden und im Sinne eines gesunden
Pluralismus bewußt synergetische Beziehungen zu der sie umgebenden
Macroarchitektur suchen. (www.robarchitects.com
und www.microarchitecture.net)
Museum/Ausstellungsarchitektur
So wurde für die Präsentation des von der EXPO 2000 in das
Deutsche Hygiene-Museum zurückgekehrten "Virtuellen Menschen"
eine Holzkonstruktion -"Flügelaltar"- entworfen, die
den Effekt der Holoproscheibe aufnimmt und weitertransportiert, indem
nicht nur das dreidimensionale bewegliche Bild ausgestellt, sondern
durch die mittels der architektonischen Installation geschaffene Sicht-
und Bewegungsfreiheit des Betrachters eine reale Dreidimensionalität
hinzugefügt wird. Der Geschwindigkeit des Lichts wird die Laufgeschwindigkeit
des Beobachters entgegengesetzt; die erlebbare Durchsichtigkeit ermöglicht
optische Überlagerungen von virtuellem und realem Mensch. (www.microarchitecture.net)
Ebenfalls
im Auftrag der Stiftung Deutsches Hygienemuseum entwickelte robarchitects
im Jahr 2000 für die geplante Dauerausstellung "Vom Gläsernen
zum Virtuellen Menschen" ein neues Präsentationskonzept -"Die
begehbaren Vitrinen"- mit einer identitätsstiftenden Architektursprache,
die verschiedenste Lichtsteuerungsmöglichkeiten zur Anwendung bringt
und die Geschichte des Hauses im Spiegel seiner Leitobjekte transportiert.
Der Mensch als "zerlegbarer" und "transparent gemachter"
Körper wird hier mit Architektur verglichen und durch sie inspiriert
(bauliche Darstellung von Haut, Skelett,Organen; Proportionen, Symmetrie/
Asymmetrie usw.); statt passiver Ausstellung wird eine Methode, ein
interaktives ergonomisches Instrumentarium inszeniert, um den Besucher
Inhalte auf bewußter wie unbewußter Ebene unmittelbar verstehen
zu lassen. (www.robarchitects.com,
www.micromuseums.com)
Als ein
Hauptbestandteil der öffentlichen Entstehung des Erich Kästner
Museums wurden 1999 zwei temporäre Architekturobjekte in Form von
identischen Ausstellungsmodellen - "Doppeltes Lottchen" -
entworfen, von denen eines am Stammsitz des künftigen Museums in
Dresden verblieb, während das andere im Verlauf von 12 Monaten
15 Werbestationen in der Bundesrepublik und Dresden bereiste. Diese
poetischen low-tech/ low-budget-Konstruktionen entsprachen exakt dem
Volumen und den Umrissen des geplanten Museumskörpers; als leitmotivische,
benutzbare und wandelbare Schaukästen des künftigen autarken
microhauses erzeugten sie neben Ausstellungsfläche für Informationen,
Zeichnungen, Modelle, Bücher und Multimedia durch den stringent
choreographierten Umgang mit Licht und Bildmaterial ein leicht zugängliches
räumliches, dreidimensionales Gesamtkonzept. Ausgestellt wurden
sie 1999 u.a. auf den Buchmessen in Frankfurt und Dresden. (www.robarchitects.com)
Wohnen
Die Planung für den Umbau des Canzler-Hauses in Dresden steht für
ein "profanes" Gebäudeprojekt, bei dem mittels Sanierung
und pointiertem Umbau vorhandene Bausubstanz zu neuer Wohnqualität
wiederbelebt wird. Städte können auf diese Weise verdichtet
werden; das Grundstückspotential der inneren Stadtteile ist entscheidend
für ein gesundes ausgeglichenes Stadtleben.
Das Cityhouse, ein 1995 gefertigter ressourcensparender Ideenentwurf
mit den Elementen Wohnen, Wasser, Garten zeigt, wie aus einem kleinen
Grundstück ein individuelles Haus nach oben "ausgefaltet"
werden kann. Es ist eine architektonische Übung in introvertierter/
intimer und extrovertierter Architektur; defensive Architektur auf vielfältigen
Ebenen im Dialog mit der Außenwelt.
Die Gartenplanung für das Haus Nordstraße in Dresden ist
der Entwurf einer architektonischen Stadtlandschaft; identitätsstiftend,
eine Freizeit und Kommunikation fördernde private und zugleich
öffentlichkeitswirksame microklimatische Nische inmitten der Stadtkultur
belebend.
Mit dem kompakten Konzept für das Wohnsiedlungs- und Freizeitareal
im Osteebad Kühlungsborn entwarf robarchitects eine den individuellen
PKW-Verkehr reduzierende städtbauliche Collage aus bewohnter Fläche,
Wasser, Grün und Sportanlagen.
Im Rahmen des Ideenwettbewerbs für die Gartenstadt Hellerau sollten
durch die umsichtige Nutzung und Anbindung an vorhandene Ressourcen
(Anknüpfung an Flughafen mit Schnellbahn) sowie eine sensible inhaltsbezogene
Ergänzung von Alt mit Neu ein bedeutender historischer Ort wiederbelebt
und eine autofreie microkosmische Kulturlandschaft mit synergetischen
Bereichen für Wohnen, Arbeit und Freizeit geschaffen werden. (www.robarchitects.com)
9. Theater.
Konzeptkunst
Theater
Anläßlich der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag Erich Kästners
entwarf robarchitects für die Kästner-Inszenierung "Eine
sachliche Romanze von IHM und IHR" ein Bühnenbild, das hoch
stilisiert die engen Privaträume des jungen Kästner abbildete.
Auf den wenigen Quadratmetern der Kellerbühne wurde eine Schubkastenablage
aus Flaschenkästen gebaut, in der kleine Körbchen eine Erinnerungskartei
alter Korrespondenzen enthielten. Die Farbwelt der Kisten, eine leuchtende
Wand, erzeugt durch einfache bunte Glühbirnen im Hintergrund, steuerte
die Lichtstimmung im gesamten Bühnenraum. Als Bühnenbegrenzung
wurden große quadratische Pappkartons in den Raum gehängt,
die einerseits auf das schriftstellerische Tun des Helden hinwiesen,
andererseits auch das kleine ABC der Liebe versinnbildlichten.
(www.robarchitects.com)
Tanztheater
Im Kontext der Beschäftigung mit dem Menschen einerseits, Räumen
und Licht als Instrumentarien der Vermittlung andererseits, die aber
zugleich selbst thematischer Protagonist sind, hat robarchitects 1998
das work in progress Architektur-Tanzprojekt "Interaktiv Raum Drei/
Vier" konzipiert und im Folgejahr in Zusammenarbeit mit einem Choreographen
umgesetzt und mehrfach aufgeführt. Bei der Darstellung von "Lebensräumen
im Kistenformat" spielte die künstlerische Betrachtung der
ergonomischen Frage von Existenz/ alltäglichem Leben auf engstem
Raum (wieviel Platz braucht der Mensch?) unter den Bedingungen der Abgeschlossenheit
und damit zusammenhängend die wechselseitige Perspektive von Eingeschlossenen
und vermeintlich Außenstehenden, die Bedeutung und das Erzeugen
von Tages- und Nachtlicht, eine zentrale Rolle. (www.robarchitects.com,
www.microarchitecture.net)
Konzeptkunst
Anläßlich der Feierlichkeiten zu "10 Jahre deutsche
Einheit" entwickelte und präsentierte das Büro im Auftrag
des Bildungswerkes Weiterdenken der Heinrich Böll Stiftung eine
Kunstaktion/ Installation im öffentlichen Raum, "Baustelle
Deutschland". Das Projekt bildete gleichzeitig den innenräumlichen
und städtebaulichen Rahmen für vielfältige kulturelle
Veranstaltungen. Während der vierwöchigen Dauer nahmen mehr
als 5000 Menschen als Zuschauer und Akteure an dem wachsenden "Volkskunstwerk"
teil. Ausgehend von einem leerstehenden Laden wurde für Jung und
Alt ein Stück ihrer Stadt als Begegnungsort wiederbelebt und die
entstandenen Spuren mittels multimedialer Aufzeichnung für die
Zukunft festgehalten. Das Kunstwerk wurde im Anschluß an die Feierlichkeiten
in den Bestand des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland,
Zeitgeschichtliches Forum Leipzig, aufgenommen. (www.robarchitects.com,
www.weiterdenken.de)
10.
Lehre/ Internationaler Masterstudiengang Architectural Lighting Design
Ruairí
O´Brien lehrt gegenwärtig als Gastdozent (C2) an der Hochschule
Wismar in dem neuen Masterstudiengang "Architectural Lighting Design".
Licht ist ein grundlegendes Element unserer Existenz, eine wissenschaftliche
und biologische Wahrheit einerseits, von tiefster spiritueller und magisch-mystischer
Bedeutung seit Beginn der Menschheitsentwicklung andererseits. Licht
überwindet alle sprachlichen und kulturellen Grenzen, es ist ein
Urphänomen, das unmittelbar und ohne sprachliche Übersetzung
verstanden wird. Es spricht unsere Instinkte, unsere intellektuellen
Fähigkeiten und unsere Seelen auf direktestem, intimstem Wege an.
Licht und der Umgang (Manipulation) mit Lichtquellen spielt eine entscheidende
Rolle in dem Erschaffen von Architektur und unserem Lebensraum/ unserer
Umgebung.
Das Licht und dessen Einfluß auf unsere Architektur und unsere
Lebensweise wird im kommenden Jahrzehnt abnehmender Ressourcen noch
bedeutsamer werden.
Die Philosophie, die Schönheit und der ökonomische Umgang
mit Licht, Themen wie die Bedeutung und das Recht auf Dunkelheit, Umweltverschmutzung
durch Licht, der zeitlose Dialog zwischen Innen und Außen, volume
or void oder Wand und Fenster etc. sind zentrale Stoffe im O´Brienschen
Lehrplan im Rahmen von "Licht und Architektur", "Lichttypologien"
sowie "Licht und Raum". Mit seinen Studenten hat O´Brien
eine microlightmachine entwickelt, die bereits auf der Baufachmesse
in Leipzig zu sehen war und demnächst auf der Luminale in Frankfurt
gezeigt wird. Über den Aufbau des neuen Studiengangs hinaus lehrt
er auch weiterhin microarchitecture am Fachbereich Architektur.
Ruairí O´Brien hat darüber hinaus an der Hochschule
für Technik und Wirtschaft in Dresden unterrichtet und im Auftrag
der Technischen Universität als Lehrender an internationalen Architektur-Workshops
teilgenommen.
Eine seiner Spezialgebiete ist die microarchitectur. Studenten lernen
die Bedeutung von "Less is more" nicht nur in ästhetischem,
sondern auch in funktional-konstruktivem Kontext (www.microarchitecture.net
und www.robarchitects.com).
11.
Aktuelle Projekte
Auch die
Vorhaben 2001 und 2002 zeigen den anderen Blick des spartenübergreifend
arbeitenden Architekten als Denker und Künstler; in anderer Gestalt
behandeln auch sie die Schwerpunkte: ressourcensparendes Denken, microarchitektur
als Neubelebung alten Bestandes, die Bedeutung und Inszenierung von
Licht sowie die Auseinandersetzung mit dem Menschen und seinem Raum,
seiner Umwelt.
Theater
In Zusammenarbeit mit dem Regisseur Walter Henckel hat robarchitects
aus Anlaß des 200. Geburtstages des sächsischen Königs
Johann ein neuartiges Theaterarchitekturprojekt in Form einer visuell-auratischen
Lifeperformance umgesetzt.
Aus dieser Kooperation entwickelte robarchitects für das Allraunen
Theater Dresden die Idee zur Herstellung einer multifunktionalen, identitätsstiftenden
"Theatermaschine" als mobiles Ein-bis-Mehrpersonen-Theater
für öffentliche Plätze und leerstehende Immobilien (wiederbelebbare
Unorte).
Museum/Ausstellungsarchitektur
Für einen der wichtigsten deutschen Bühnenbilder (berühmt
für seine "poetisch-ethischen Kulissen im Telegrammstil, seine
"Lichtplastiken des Augenblicks"), Maler und Lehrer des 20.
Jahrhunderts, Teo Otto (1904-1968), plant robarchitects für das
Theater in der Geburtsstadt Remscheid ein maßgescheidertes micromuseum.
Auf dem
Gelände eines brachliegenden, ursprünglich zum Abriß
vorgesehenen Plattenwerks in Dresden-Johannstadt wird robarchitects
in Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Interessengruppen in ehrenamtlicher
Arbeit ein benutzbares Freiluftplattenbau-micromuseum mit mobilen wandelbaren
memory-Plattensäulen bauen, welches im wesentlichen aus künstlerisch
inszenierten oder bearbeiteten Originalstücken hergestellt werden
wird. Das Gelände soll, als lebendiges vor Ort-Denkmal für
Kunst, Recycling und Geschichte, in einen collageartigen Landschaftsteppich
aus den besten Funden umgewandelt werden. (www.microarchitecture.net)
Im Zentrum
der Stadt Jena, in dem ehemaligen zur Sanierung anstehenden Speicher-Haus
am Marktplatz soll als öffentlichkeitswirksamer Anziehungs- und
Informationsknotenpunkt durch den Einsatz von low und high tech, von
realen und virtuellen Komponenten, ein begeh-, vernetz- und bedienbarer
"Stadtspeicher", ein kaleisdoskopischer Wissensbehälter
über die Stadthistorie, die Bevölkerung, Natur, Kultur, Technologie
sowie aktuelle und zukünftige Vorhaben errichtet werden. (www.microarchitecture.net)
Im Auftrag
des Landesamtes für Archäologie plant robarchitects für
die Grabungsstelle am Dresdner Neumarkt (Frauenkirche) einen Museumscontainer
mit microarchitektonischer Innenkonstruktion, der als Satellit des Archäologischen
Museums neuste Arbeitsergebnisse, aber auch das Wesen der Archäologie
und das spezifische Museumsangebot auf spannende, pointierte, interaktive
Weise transportieren wird. (www.microarchitecture.net)
Auf Einladung
des Schiller Nationalmuseums in Marbach hat robarchitects für die
dortigen Räumlichkeiten sowie als Wanderausstellung für die
Landesvertretung Baden-Württembergs in Brüssel eine Hermann-Hesse-Jubiläumsausstellung
konzipiert, die das zentrale Werk des Schriftstellers, dessen Struktur,
die Entstehungs- und die Wirkungsgeschichte mittels einer neuartigen
Vitrinenkonzeption - den Schriftinkubatoren - erlebbar macht. (www.microarchitecture.net)
Konzeptkunst
2002
Vor dem Hintergrund der gesellschafts- und umweltpolitischen Verantwortung
auch der Kunst- und Kulturträger weltweit plant robarchitects mit
interessierten Partnern unter dem übergreifenden Label "Kunst
für Kyoto" eine interaktive, wachsende Kunstaktion "The
Gift Garden". Vor der Kulisse eines von Ruairí O'Brien gefertigten
Paradiesgarten-Gemäldes werden Bürger aller Generationen innerhalb
von 14 Tagen als Projektausstattung ihren Objektmüll schenken.
Jedes Geschenk erhält ein "Pendant" der Veranstalter
und wird in das Gemälde hineingearbeitet. Am Ende entsteht so ein
begehbares Bild, eine perspektivische Installation. (www.robvisions.com)
Im Auftrag
des Dresdner Literaturbüros plant robarchitects als poetisches
architektonisches Bild wortkünstlerischer Arbeit und Vermittlung
für die Teilnahme an dem europaweit wirksamen Poesiefestival-Netzwerk
"Poets on the Road" eine mobile Poetry Box in Form einer autarken
transportablen Präsentations-, Aufzeichnungs- und Ausstellungskabine,
die den teilnehmenden Autoren während des Festivals als Bühnenraum
dient, indem sie zugleich aufgezeichnet werden, und die im Anschluß
als belebter Zeuge des gefeierten Auftritts auf Wanderschaft zu den
Partnerfestivals oder zu anderen interessierten Einrichtungen gehen
kann. (www.microarchitecture.net)
12.
Leistungsangebot
- Konzeptentwicklung/Planung/Ausführung/Projektmanagement
für Hochbau
- Kulturobjekte, insbesondere Museen
- Privathäuser
- Arbeitsworkstations/ Büros
- Konzepte
für die Belebung von Bestand im innerstädtischen Raum
- Messebau
- Ausstellungsarchitektur
- Lichtkonzepte
- Kunstaktionen/
Installationen
- Kunstausstellungen
- Theaterausstattung
- Grafische
Arbeiten
- Illustrationen
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